Gerhard Gundermann
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Gerhard Gundermann, Baggerfahrer und Liedermacher (1955 - 21.6.1998)
Lebenslauf
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Links
Gundis Zettelkasten:
Gegen den Strom schwimmen? Ja. Aber nicht verbissen, wenn es geht - eher munter wie Mamsell Ente und gelassen wie Gevatter Schwan.
Da hab ich nun ein Haus, ein Auto, könnte satt und zufrieden sein, bin satt und zufrieden - aber keiner will meinen Rat, keiner braucht mich, keiner schuldet mir etwas... 1978
Der Strohhalm, nach dem wir greifen, zischelt schon: Nehmt ihr wohl eure Pfoten weg!
Alle sagen, irgendwann kommt schon Licht am Ende des Tunnels. Ich fürchte, das ist der Scheinwerfer von einem Zug, der uns entgegen kommt.
Frage: Was ist eher da bei dir, der text oder die Musik? Antwort von Gundi: Die Musik meist. Ein afrikanischer Poet und Präsident sagte mal: Ein Gedicht ist erst ein Gedicht, wenn es ein Lied ist; ein Lied ist erst ein Lied, wenn es ein Tanz ist. ... Deshalb hab ich es eigentlich nicht gern, wenn meine Texte ohne Musik unter die Leute kommen.
All das Lächeln, all die Schläge, die du in der Welt verteilst, hol`n dich irgendwann ein, wenn du dich noch so beeilst...
nun trotzdem Texte...
Video
Ende der Eisenzeit (98 min) Dokumentation, 1999
Lieder
leine los
alle filme die ich drehen wollte sind schon gedreht alle kleider die ich nähen sollte sind schon genäht alle lieder die ich schreiben wollte singt schon der boß ich bin nurn armer hund aber wer wer ließ mich von der leine los
alle frauen die ich fassen wollte sind schon erfaßt alle männer die ich hassen sollte sind schon im knast alle kinder die ich machen wollte sind lange groß ich bin nurn armer hund doch weshalb bin ich von der leine los
alle wissen wos langgeht aber keiner weiß warum alle wissen wos langgeht dumdumm
jeder kaiser dem ich dienen wollte ist schon gehenkt jedes schiff auf dem ich singen sollte ist schon versenkt jeder säbel den ich schwingen wollte schon voller rost ich bin nurn armer hund aber bin ich wirklich von der leine los
so wird es tag
wenn die steingesichter einen traum verderben bitt ich gott um den aus deinem tiefsten herz also mach die steingesichter schon zu scherben oder vegetiere traumlos rentenwärts
wenn die eisenvögel wieder kinder schlagen bitt ich gott es mögen diesmal deine sein also musst du nun die eisenvögel jagen und vom himmel holen oder bleibst allein
so wird es tag und nicht anders so wird es ein leben wenn wir nicht wie tote fliegen kleben an dem süssen leim zu dem man schicksal sagt
wenn die bäume in dem bittren schnee erfrieren bitt ich gott es sei der wald vor deiner tür so versuch die schwefelpilze zu dressieren oder werde atemlos und stirb mit mir
wenn sich judas wieder umsieht in den reihen bitt ich gott er finde deine schwache frau also musst du endlich lernen zu verzeihen oder du wirst zwischen deinen hunden grau
so wird es tag...
soll sein
der winter soll wieder richtig kalt sein und aufm dach soll schnee sein aber weiss rings um mein haus soll wieder richtig wald sein und der ofen drinnen richtig heiss
mein teppich der soll endlich wieder fliegen mein zauberpferd kommt angetrabt die flaschengeister könn´ mich nicht mehr kriegen weil ich wieder freunde hab
die bäume sollen wieder meine brüder sein wir lassen unsre wunden heil´n in den zweigen soll´n die vögel wieder wohnen und mit mir die kirschen teil´n
ich will auch wieder mit den tieren sprechen können und ich will das gras verstehn was es flüstert in den lauen sommernächten ich habe mich so lang danach gesehnt
frag mich nicht wie frag mich nicht wann ´s ist doch nur´n lied aber mit ´m lied fang ich erst mal an
der regen soll wieder seinen bogen schlagen zwischen schwarz und weiß wie´n bunter arm und das rot darin soll nicht mehr so verlogen sein und grün und gelb nicht mehr so arm die pilze sollen wieder in die bomben kriechen und die bomben wieder inn flugzeugbauch das loch im himmel soll sich wieder schließen und die löcher in der erde auch
frag mich nicht wie...
mein teppich der soll endlich wieder fliegen mein zauberpferd kommt angetrabt die flaschengeister könn´ mich nicht mehr kriegen weil ich wieder freunde hab
helpless
die sterne haben uns leise eingekreist blaue, blaue fenster sind hinter den sternen der gelbe mond ist wie ein suchscheinwerfer
doch wir machen uns heute keine platte mehr
wir sollten wissen wohin die reise geht mutter erde ist ein lebendiges raumschiff blaue, blaue fenster sind hinter den sternen
doch wir machen uns heute keine platte mehr
wir könnten wissen wohin die reise geht mutter erde ist ein blutendes raumschiff blaue, blaue fenster sind hinter den stern
doch wir machen uns heute keine platte mehr
Alle oder Keiner
Ich traf mal ne Frau mit 'nem Kind an der Hand, die hatte kein Haus und die hatte kein Land, - die hatte keine Stuhl, sich auszuruh'n, die hatte kein Bett, schlief in ihren Schuh'n und war kein Mensch mehr und war noch kein Tier und wollte doch auch nicht so leben, wie wir. - Aber alle oder Keiner. (Ref. 2x) - Und ich traf mal 'nen Mann und der hatte kein Job, kein Geld in der Hand aber 'n Vogel im Kopf. - Der war mein Bruder. Wir sind uns gleich, wie ein Ei dem Anderen, aber der ist noch weich. Und ich bin eben schon hart gekocht. Ich kann nicht mehr ! Aber der will immernoch. - Aber alle oder Keiner. (Ref. 4x) - Schluss mit dem Klagen, aus ist der Traum. Runter vom Wagen und rauf auf'n Bau. - Fernseher aus, - Sternschnuppen an. Rein in die Frau und raus aus 'm Haus. Rein in's Vergnügen und raus aus 'm Krieg. Zurück in die Höhle - da hinten ist Licht. - Aber alle oder Keiner. (Ref. 4x) Aber alle oder Keiner. (Ref. 4x)
!Kommen und gehen
der Fährmann legt am Ufer an
und auf dem hölzern' Landesteg
stehn die bleichen Seelen an
der Fährmann bringt sie alle weg
weg vom Hunger, weg von Durst
weg von Schnaps und von der Wurst
weg vom Geld und weg vom Salz,
weg vom Fenster und vom Hals
ihrer Liebsten ,Freund und Feinde,
aus der Mitte der Gemeinde
aus der Hitze, aus dem Streit
aus dem Leid und aus der Zeit
alle, die gehen wollen, solln gehen können
alle, die bleiben wollen, solln bleiben können
alle, die gehen wollen, solln gehen können
alle, die kommen wollen, solln kommen können
die hier anstehn, sind satt vom Leben,
sie haben alles abgegeben
wollen nur noch ihre Ruhe
und stehn da mit Augen zu
zurück zu uns wolln sie nicht mehr
zwingt sie nicht zur Wiederkehr
ruft sie nicht und schickt sie leise
wenn sie wollen, auf die Reise
lasst sie nochmal die Enkel sehn,
und überm Haus ne Wende drehn
und schütten ihre Sammeltasse Glück
wieder in die Welt zurück
alle, die gehen, wollen, solln gehen können
alle, die bleiben wollen, solln bleiben können
alle, die gehen wollen,solln gehen können
alle, die kommen wollen,solln kommen können
alle, die gehen wollen, solln gehen können
Hans-Dieter Schütt Tankstelle für Verlierer Gespräche mit Gerhard Gundermann. Eine Erinnerung 176 S., 7 Abb., Broschur, 9,90 €
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Friday, 8. November 2002
Archivseiten der Diskussionsgruppe Wege aus dem Kapitalismus, Berlin, Jahre 2002 bis 2005. Aktuelle Seite: WAK
Saturday, 29. December 2001
1997 von Gmünder Künstlern als Forum für interdisziplinäre Vernetzungen verschiedenster Kunstgattungen innerhalb des Kunstvereins gegründeter Veranstaltungsort.